Jérémie Rhorer

Jérémie Rhorer ist einer der vielseitigsten und intellektuell anspruchsvollsten Dirigenten seiner Generation. Er setzt die Tradition des Künstler-Innovators als Gründer und Musikalischer Leiter des Orchesters Le Cercle de l’Harmonie fort und lotet als solcher das Repertoire des 18. und 19. Jahrhunderts mit historischen Instrumenten und originalen Tonhöhen aus. Als Dirigent ist Rhorer ein gleichermaßen gefeierter Interpret der Werke Mozarts wie auch der modernen Werke. Jérémie Rhorer ist ausserdem ein angesehener Komponist und Träger des Prix Pierre Cardin.

Rhorer dirigierte einige der bedeutendsten internationalen Orchester, darunter das Montréal Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra, das Gewandhausorchester, die Rotterdamer Philharmoniker, das Orchestre de Paris und die Tschechische Philharmonie. Als gefragter Operndirigent hat Rhorer Produktionen an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, La Monnaie in Brüssel, dem Teatro Real in Madrid und dem Teatro Comunale di Bologna geleitet. Rhorer war außerdem Gast bei einigen der renommiertesten internationalen Festivals Europas, wie in Aix-en-Provence, Glyndebourne, Edinburgh, den BBC Proms, den Salzburger Festspielen und dem Spoleto Festival. Mit Le Cercle de l’Harmonie leitete er bahnbrechende Neuinterpretationen von Standardopern und dirigierte zuletzt im Sommer 2018 beim Edinburgh International Festival und Musikfest Bremen Aufführungen von Rossinis Il barbiere di Siviglia mit historischen Instrumenten.

Jérémie Rhorer hat eine enge Beziehung zum Théâtre des Champs-Elysées aufgebaut, wo er eine breite Palette von Standard-, selten aufgeführten und zeitgenössischen Opern dirigiert hat. Nach seinem Debüt 2013 mit Spontinis La vestale gab Rhorer eine gefeierte Interpretation von Poulencs Dialogues des Carmélites unter der Regie von Olivier Ply, die für ihre DVD-Aufnahme mit dem BBC Music Magazine Award 2016 ausgezeichnet wurde. Rhorer leitete auch die Mozart-Reihe des Théâtre des Champs-Elysée über mehrere Saisons hinweg und dirigierte Le Cercle de l’Harmonie in La clemenza di Tito (Dezember 2014), Die Entführung aus dem Serail (September 2015) und Don Giovanni (Dezember 2016). Live-Aufnahmen von La clemenza di Tito und Die Entführung aus dem Serail wurden beide bei Alpha Classics auf CD veröffentlicht. Im November und Dezember 2018 kehrte Rhorer zum Théâtre des Champs-Elysées zurück, um Le Cercle de l’Harmonie in einer neuen Produktion von Verdis La traviata unter der Regie von Deborah Warner mit Verdis ursprünglicher 432 Hz-Stimmung zu dirigieren. Im März 2019 wird Rhorer wieder mit Strauss‘ Ariadne auf Naxos unter der Leitung von Katie Mitchell auftreten.

Bisherige Höhepunkte der Saison 2018/2019 waren Rhorers Auftritte mit dem Orchesta della Svizzera Italiana und dem Kammerorchester Basel im September sowie das Dirigieren des London Philharmonic Orchestras in Rossinis Stabat Mater und Poulencs Orffs Carmina Burana im Oktober. Im Januar war er zu Gast am Teatro la Fenice Orchestra und machte sein Debut mit dem Russian National Orchestra in Moskau. Dieses leitet er im Frühling auf einer Tournee in Deutschland und Österreich, ausserdem wird Rhorer beim Brucknerorchester Linz gastieren und zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zurückkehren.