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SYMPHONY ORCHESTRAS
Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das 1999 mit zahlreichen Festkonzerten und unter großer Beachtung der Öffentlichkeit sein 50-jähriges Bestehen feierte, genießt größte internationale Wertschätzung. Schon bald nach seiner Gründung 1949 durch Eugen Jochum, dem es gelang, ausschließlich Spitzenmusiker zu verpflichten, entwickelte sich der Klangkörper zu einem Elite-Orchester, dessen weltweiter Ruhm sich mit den Jahren, nicht zuletzt durch die intensive Reisetätigkeit seines letzten Chefdirigenten Lorin Maazel, immer weiter ausbaute und festigte. Den verschiedenen programmatischen Schwerpunkten der bisherigen Chefdirigenten sowie der großen Flexibilität und Stilsicherheit jedes einzelnen Musikers verdankt das Orchester sein außergewöhnlich breit gefächertes Repertoire, das von Werken des 18. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart reicht. Besonders die Pflege der Neuen Musik hat beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine lange Tradition, gehören die Auftritte im Rahmen der 1946 von Karl Amadeus Hartmann gegründeten musica viva doch von Beginn an zu den zentralen Aufgaben. Hier erlebte das Münchner Publikum legendäre Aufführungen zeitgenössischer Werke, bei denen die Komponisten meist selbst am Pult des Orchesters standen, so etwa Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Paul Hindemith sowie in jüngerer Zeit Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und Luciano Berio. Auch die Reihe der weiteren Gastdirigenten des Orchesters liest sich wie eine Geschichte des Dirigierens im 20. Jahrhundert: Clemens Krauss, Ernest Ansermet, Charles Munch, Ferenc Fricsay, Dimitri Mitropoulos, Erich Kleiber, Hermann Scherchen, Otto Klemperer, Karl Böhm, Erich Leinsdorf, Bernard Haitink, Günter Wand, Sir Georg Solti, Wolfgang Sawallisch, Zubin Mehta, Carlo Maria Giulini, Claudio Abbado, Seiji Ozawa und Riccardo Muti, um nur einige zu nennen, waren bzw. sind treue Gäste und haben das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nachhaltig geprägt. Eine besonders enge künstlerische Freundschaft verband das Orchester mit Leonard Bernstein, der bis zu seinem Tod im Jahr 1990 regelmäßig in München am Dirigentenpult stand und für unvergleichliche Konzerterlebnisse sorgte, wie z. B. 1981 mit der Aufsehen erregenden Aufführung von Wagners Tristan und Isolde.

Neben den zahlreichen Auftritten und Aufnahmen in München sowie in anderen Städten des Sendegebiets sind die ausgedehnten Konzertreisen heute wichtiger Bestandteil des Orchesteralltags. Besonders Lorin Maazel ist es zu verdanken, dass das Symphonieorchester seine Aktivitäten im Ausland immer weiter intensivierte und dadurch in der ersten Reihe der internationalen Spitzenorchester steht. Tourneen führen das Orchester durch nahezu alle europäischen Länder, nach Asien sowie nach Nord- uns Südamerika.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt ist nicht zuletzt die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Seit 1952 begleitet das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in dem für beide Seiten anregenden symphonischen Schlusskonzert des Wettbewerbs. Auch die Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks in München, die im Oktober 2001 ihre Arbeit aufnahm, hat sich dem pädagogischen Ziel verschrieben, junge Musiker für ihren späteren Beruf vorzubereiten : Über einen Zeitraum von zwei Jahren erhalten 18 Stipendiaten instrumentalen Einzelunterricht durch Mitglieder des Symphonieorchesters, werden in die Proben- und Konzertarbeit des Orchesters eingebunden und zugleich für das Probespielen vorbereitet.

Die Geschichte des Symphonieorchesters verbindet sich natürlich auf das Engste mit den Namen ihrer bisherigen vier Chefdirigenten. Der Gründer Eugen Jochum stand dem Orchester elf Jahre (von 1949 bis 1960) vor. Er leistete die gesamte Aufbauarbeit, er begründete den weltweiten Ruf des Orchesters durch erste Auslandstourneen, und ihm verdankte das Münchner Publikum unvergleichliche Interpretationen der Symphonien Anton Bruckners. Außer Bruckner hat sich Eugen Jochum in besonderem Maße der geistlichen Musik angenommen, ist aber auch in der musica viva regelmäßig am Pult gestanden.

Rafael Kubelik, der das Orchester 18 Jahre lang (1961 bis 1979) leitete, erweiterte das Repertoire um Werke slawischer Komponisten, so von Smetana, Janacék und Dvorák, setzte sich bevorzugt für Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie z. B. Karl Amadeus Hartmann, ein und dirigierte den ersten Mahler-Zyklus mit einem deutschen Orchester, der auf Schallplatte aufgenommen wurde. Seine impulsiv-emotionale Herangehensweise an die Musik wurde von allen Orchestermitgliedern geschätzt und ließ die "Ära Kubelik" zu einer der fruchtbarsten in der Geschichte des Klangkörpers werden.

Mit Sir Colin Davis hatte das Orchester einen anerkannten Berlioz-Spezialisten als Chefdirigenten (1983 bis 1992) gewonnen, der sich zugleich als exzellenter Anwalt der Wiener Klassik und der neueren englischen Moderne, insbesondere der Werke von Edward Elgar, Michael Tippett und Ralph Vaughan Williams präsentierte. Ein Schlüsselwerk in seinem Repertoire war Beethovens Missa solemnis, die er sowohl zu Beginn als auch zum Abschied seiner gemeinsamen Arbeit mit dem Symphonieorchester dirigierte.

Seit 1993 leitete Lorin Maazel das Symphonieorchester. Er setzte insbesondere durch die zyklische Aufführung der symphonischen Werke von Beethoven (1995 und 2000), Brahms (1998), Bruckner (1999) und Schubert (2001) programmatische Akzente. Mit dem diesjährigen Mahler-Zyklus (2002) verabschiedet er sich von seinem Orchester. Durch seine ökonomisch konzentrierte und präzise Arbeit erlangte das Symphonieorchester eine äußerste technische Perfektion, die es heute zu einem der besten der Welt zählen lässt.

Mit großer Freude und Zuversicht sieht das Orchester der gemeinsamen Arbeit mit Mariss Jansons entgegen, der 2003 die Position des neuen Chefdirigenten antreten wird. Zwischen ihm und den Musikern hat sich in der letzten Zusammenarbeit eine künstlerische Übereinstimmung herauskristallisiert, die auf beiden Seiten den Wunsch aufkommen ließ, sich für die kommenden Jahre aneinander zu binden.

2002

 
Representation: Switzerland, Liechtenstein, Italy*

*) not exclusive

 

 

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