Dem
deutschen Rundfunk und seinem ältesten Orchester, dem
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, schlug die Geburtsstunde am 29.
Oktober 1923 in Berlin, so dass dieses Orchester im Herbst 1998 auf 75
Jahre Arbeit im Dienste des Rundfunks und als professionelles
Konzertorchester zurückblicken kann. Nahezu täglich war es seit 1924
in den Programmen der Berliner Sender zu hören.
In den 75 Jahren seines Bestehens leiteten das
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin so herausragende Dirigenten wie Eugen
Jochum, Sergiu Celibidache, Arthur Rother, Hermann Abendroth, Heinz
Rögner und Rafael Frühbeck de Burgos. Mit der Spielzeit 2002/2003
übernimmt Marek Janowski als Chefdirigent und künstlerischer Leiter
die musikalische Verantwortung für das Rundfunk-Sinfonieorchester
Berlin.
Als Gäste dirigierten u.a. Klemperer, Walter, Busch,
Szell, Kempe, Keilberth, Fricsay, Karajan, Sawallisch, Sanderling und
nicht zuletzt auch Masur das RSB.
Die besten Komponisten des 20. Jahrhunderts traten
selbst ans Pult oder musizierten mit dem Orchester als Solisten eigene
Werke: Hindemith, Honegger, Milhaud, Prokofjew, Strauss, Schönberg und
Strawinsky ebenso wie in jüngster Zeit Henze, Zimmermann und
Penderecki.
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin behauptet sich
erfolgreich in der reichen Berliner Orchesterphalanx und erweiterte
seine internationale Ausstrahlung durch rege Gastspieltätigkeit und
zahlreiche viel beachtete CD-Aufnahmen um ein Mehrfaches. Die behutsame,
historisch bedingte Verjüngung führte neben beträchtlichem
Leistungszuwachs, mithin unter Wahrung der Klangspezifik und
Homogenität, zu einem gewandelten Selbstverständnis des Orchesters.
Gerade wegen der Verantwortung aus der Tradition
heraus versteht es sich als ein modernes Sinfonieorchester, das
neugierig auch gegenüber der oft gespielten Orchestermusik aller
Epochen bleibt. Das RSB ist sich ebenso seiner großen Verantwortung
gegenüber der zeitgenössischen Musik bewusst. Da es einen großen
Spielraum und Bedarf in der Vermittlung dieser Musik sieht, ist es ihm
ein besonderes Anliegen, mit Fantasie und künstlerischen Mitteln die
spielerische Begegnung mit neuer Musik zu fördern. Des weiteren sieht
es in der Rückbesinnung auf die geistig-kulturelle Atmosphäre der
zwanziger Jahre in Berlin, die in extra dafür konzipierten Konzerten
wieder aufleben soll, einen wichtigen Beitrag der Verständigung
zwischen Ost und West. "Studio live", unter diesem Motto wird
das Orchester die Studioarbeit für das Publikum sichtbar und erlebbar
machen.
Neben den Aufgaben als Sinfonieorchester des Rundfunks
leistet das RSB heute mit seinen jährlich etwa 60 öffentlichen
Konzerten in Berlin (Konzerthaus und Philharmonie), im grünen Umland
der Hauptstadt (Kloster Chorin, Galopprennbahn Hoppegarten), in ganz
Deutschland und im Ausland einen gewichtigen Beitrag für den guten Ruf
der Berliner Orchesterkultur.
Im Oktober 2000 reiste das Orchester unter Leitung
seines Chefdirigenten Rafael Frühbeck de Burgos zur inzwischen sechsten
Konzerttournee nach Japan und erspielte sich eine Wiedereinladung für
2003. Innerhalb Deutschlands gastierte das Rundfunk-Sinfonieorchester
u.a. in Köln, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt/Main, Ludwigshafen,
Bielefeld, Düsseldorf, Mannheim, Braunschweig, Kiel, München,
Schwerin, Halle, Leverkusen, Gütersloh, Kassel, Hamburg, Osnabrück und
Karlsruhe.
Im Herbst 2001 ging das Orchester unter der
künstlerischen Leitung von Maestro Marek Janowski auf eine
Südamerika-Tournee nach Brasilien und Argentinien.
In Zusammenarbeit mit DeutschlandRadio -
Hauptgesellschafter der Rundfunk-Orchester und - Chöre GmbH Berlin -
steht das RSB über seine Konzerte hinaus gegenwärtig für mehr als 80
Termine jährlich im Rundfunk- und CD-Studio zur Verfügung. Ein
bemerkenswerter Höhepunkt der Saison 1999/2000 war die Produktion und
konzertante Aufführung der Oper "Harmonie der Welt" von Paul
Hindemith. Gemeinsam mit dem Rundfunkchor Berlin, unter Mitwirkung
vieler namhafter Solisten und der künstlerischen Leitung von Maestro
Marek Janowski wurde dieses Werk als erste Gesamtaufnahme und als einer
der letzten wesentlichen Bausteine der großen Hindemith-Edition des
Schott-Verlages produziert.
Die Zusammenarbeit zwischen RSB und Rundfunkchor
Berlin existiert so lange wie die beiden Ensembles selbst. Hunderte von
gemeinsamen Konzerten sowie Rundfunk- und Schallplattenproduktionen
förderten die internationale Anerkennung der beiden Berliner
Rundfunkklangkörper. Noch heute gelten die früheren gemeinsamen
Aufnahmen, die nach und nach auch als CD erscheinen und weiterhin im
Rundfunk gesendet werden, als Maßstäbe setzend. Bis heute ist der
Rundfunkchor Berlin, mit dem das RSB seit 1994 in der Rundfunk-Orchester
und -Chöre GmbH Berlin vereint ist, der wichtigste künstlerische
Partner, mit dem immer wieder aufs Neue musikalische Glanzlichter im
hauptstädtischen Konzertleben gesetzt werden.