Das
heutige Radio Symphonieorchester Wien wurde 1969 im Zuge der
Reorganisation des Österreichischen Rundfunks als
ORF-Symphonieorchester gegründet. Als Orchester hatte es sich zur
Aufgabe gemacht, die Musik des 20. Jahrhunderts und der damaligen
Avantgarde, zu denen u.a. Komponisten wie Ligeti, Penderecki,
Lutoslawski und Cerha gehörten, in Wien bzw. in Österreich
aufzuführen.
Zum ersten Chefdirigenten wurde Milan Horvat ernannt.
Als sichtbaren Ausdruck des Erfolges konnten nicht nur eigene
Konzertzyklen in den beiden traditionellen Wiener Konzerthäusern
Musikverein und Konzerthaus gewertet werden, sondern auch Einladungen zu
den Salzburger Festspielen, den Bregenzer Festspielen und zum
"steirischen herbst". 1975 wurde Horvat von Leif Segerstam als
erster Chefdirigent abgelöst, unter dessen Leitung neben der Pflege der
zeitgenössischen Musik auch die Erarbeitung klassisch-romantischer
Werke trat. Auch unter seinem dritten Chefdirigenten Lothar Zagrosek,
der von 1982 bis 1986 diese Position innehatte, wurde das Programm des
Orchesters erweitert und reichte nun von vorklassischer Musik bis zur
Moderne.
Dies setzte sich auch unter dem nächsten
Chefdirigenten Pinchas Steinberg (1989 - 1996) fort, der das Orchester
vermehrt ins Ausland führte. So unternahm das Orchester unter seiner
Leitung u.a. drei Japan-Tourneen sowie eine Tournee nach Spanien.
Besonders erfolgreich waren die zahlreichen konzertanten
Opernaufführungen unter Steinberg, wie z.B. Kreneks "Pallas Athene
weint" und "Orpheus und Eurydike", Gazzanigas "Don
Giovanni", Martinus "Julietta", Prokofjews "Feuriger
Engel" und "Krieg und Frieden", Bellinis "Beatrice
di Tenda", Strawinskys "Le Rossignol" oder Montemezzis
"L´amore di tre Re".
Im September 1996 wurde Dennis Russell Davies zum
Chefdirigenten (1996 - 2002) ernannt und der Name des Orchesters in
Radio Symphonieorchester Wien (auch RSO-Wien) geändert, um das
Orchester auch im Ausland leichter vermarkten zu können, da der neue
Name in alle Sprachen leichter zu übersetzen ist.
Seit September 2002 steht der französische Dirigent
Bertrand de Billy als Chefdirigent am Pult des Radio Symphonieorchester
Wien.
Neben den Chefdirigenten traten auch andere namhafte
Dirigenten an das Pult des Orchesters, wie z.B. Ernest Bour, Bruno
Maderna, Wolfgang Sawallisch, David Oistrach, Vaclav Neumann, Michael
Gielen oder Christoph von Dohnanyi. In den letzten Jahren waren Hans
Zender, Sylvain Cambreling, Ulf Schirmer, Michael Boder, Heinrich Schiff
und Gerd Albrecht wiederholt zu Gast.