Der
Anfang kam unmittelbar nach dem Ende: Im Sommer 1945, als Deutschland in
Trümmern lag, machte sich in Hamburg ein Offizier der britischen
Besatzungsmacht zusammen mit dem deutschen Dirigenten Hans
Schmidt-Isserstedt auf die Suche nach Musikern für ein neues
Radio-Sinfonieorchester. Wenige Monate später fand das erste öffentliche
Konzert des zunächst "Sinfonieorchester des Nordwestdeutschen
Rundfunks" genannten Ensembles statt: "The old world's
youngest major orchestra", wie eine amerikanische Zeitung später
formulierte, war geboren. Schnell stieg es zu einem führenden Repräsentanten
des deutschen Musiklebens nach dem Zweiten Weltkrieg auf und errang auf
internationalen Gastspielreisen weltweites Ansehen.
Unter seinen Chefdirigenten Hans Schmidt-Isserstedt, Moshe Atzmon, Klaus
Tennstedt, Günter Wand, John Eliot Gardiner und Herbert Blomstedt
widmete sich das NDR-Sinfonieorchester intensiv der Pflege der großen
klassischen und romantischen Literatur, machte sich aber zugleich einen
Namen als Interpret zeitgenössischer Musik. Die Liste der Uraufführungen
verzeichnet u.a. Namen wie Schönberg, Strawinsky, Nono, B.A.
Zimmermann, Henze, Penderecki, Ligeti, Lachenmann und Bussotti. 1988 -
1992 war der polnische Komponist und Dirigent Krzystof Penderecki ständiger
Gastdirigent des Orchesters. Zahlreiche seiner Werke wurden mit dem NDR
Sinfonieorchester unter seiner Leitung erstaufgeführt bzw. liegen in
Einspielungen auf CD vor.
Mit dem Namen des Orchesters eng verbunden ist Günter Wand, der 1982
die Chef-Position übernahm. Bis 1991 leitete Günter Wand die künstlerischen
Geschicke des NDR Sinfonieorchesters, das ihn 1987 zum Ehrendirigenten
auf Lebenszeit ernannte. Neben den Gesamteinspielungen der Sinfonien von
Beethoven und Brahms sind vor allem seine Aufnahmen der Sinfonien Nr.
3-9 von Bruckner als Live-Mitschnitte aus der Hamburger Musikhalle von
der internationalen Kritik begeistert aufgenommen worden. Günter Wand
starb im Februar 2002 an seinem Wohnort in der Schweiz.
John Eliot Gardiner hatte von 1991 bis 1994 die Position des
Chefdirigenten inne. Seit 1996 stand Herbert Blomstedt dem Orchester als
Chefdirigent vor. Zur Saison 1998/99 kam Christoph Eschenbach, dessen
Beziehungen zum NDR Sinfonieorchester lange zurückreichen, als neuer
Orchesterchef nach Hamburg.
Mit Beginn der Saison 2004/05 setzt
Christoph von Dohnányi die Tradition bedeutender
Dirigentenpersönlichkeiten in der Chefposition des NDR
Sinfonieorchesters fort. Neben ihm nimmt Alan Gilbert die Position des
ersten Gastdirigenten ein.
Neben seiner Arbeit für das Radio- und Fernsehprogramm
des NDR gibt das NDR Sinfonieorchester Konzertreihen in Hamburg, Kiel,
Lübeck und Bremen. Zahlreiche Konzertreisen führen es darüberhinaus auf
die bedeutendsten Konzertpodien der Welt. |
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