Mit Beginn der Saison 2007/2008 wird Ingo Metzmacher
neuer Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen
Symphonie-Orchesters Berlin. Im März 2006 unterschrieb er seinen Vertrag
mit den Worten: „Es gibt viel zu tun, mein Kopf ist voller Ideen und ich
freue mich außerordentlich!“ Bereits am 2. Juli 2006 leitete er das DSO
beim Open-Air-Abschlusskonzert des Kulturprogramms der Bundesregierung
zur FIFA WM 2006 vor dem Brandenburger Tor.
Den heutigen Namen trägt das Orchester seit 1993.
Seine Orchestertradition geht jedoch auf eine mehr als 50-jährige
Geschichte zurück. Seit seinem Bestehen zeichnet sich das Deutsche
Symphonie-Orchester Berlin durch eine enorme Breite und Vielfalt der
Arbeit aus. Sowohl Konzerte als auch Rundfunk- und
Tonträgerproduktionen bildeten von Anfang an die beiden Schwerpunkte in
der Arbeit.
Gegründet wurde es 1946 als RIAS-Symphonie-Orchester
vom Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins. Ferenc Fricsay wurde
erster Chefdirigent. Er setzte Maßstäbe: im Repertoire - Musik des 20.
Jahrhunderts bildete darin eine feste Größe; durch Interpretation -
Transparenz, strukturelle Deutlichkeit und Plastizität zeichneten sein
Musizieren aus; durch Medienpräsenz - sein Pionierverhältnis zu den
Möglichkeiten, die die Medien Schallplatte, Rundfunk und Fernsehen
boten, war einzigartig.
1956 erste Namensänderung: Der Sender Freies Berlin
übernimmt finanzielle Mitverantwortung für das Orchester, das nun zwei
Funkherren dient und sich daher Radio-Symphonie-Orchester nennt. Als
solches erwarb es sich, in Berlin und auf zahlreichen Tourneen, durch
Rundfunk- und Fernsehproduktionen, einen exzellenten Ruf durch die
besonderen Programme, die es bot, durch das Engagement für die Musik
der Gegenwart, und durch die hervorragenden Dirigenten und
Chefdirigenten, die es an sich zu binden verstand. Nach Fricsays allzu
frühem Tod übernahm der junge Lorin Maazel die künstlerische
Verantwortung für das Orchester, das er schon bei mehreren
Gastdirigaten kennengelernt hatte. Sein Weggang nach Pittsburgh
hinterließ ein längeres Interregnum, ehe 1982 Riccardo Chailly, 29
Jahre jung, zum dritten Chefdirigenten berufen wurde. Sein Nachfolger
wurde 1989, im Jahr des Mauerfalls, Vladimir Ashkenazy. der bis 1999 der
vierte Chefdirigent des Orchesters war. Um irritierende Verwechslungen
in der erweiterten Gesamtberliner Kulturszene zu vermeiden, entschloß
sich das Orchester 1993, seinen gut eingeführten Namen zugunsten des
heutigen aufzugeben.
Mit dem 1. Januar 1994 wurde die bestehende RSO GmbH
zur Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH (RPC) erweitert. Die
Gesellschafter sind DeutschlandRadio (40%), die Bundesrepublik
Deutschland (35%), das Land Berlin (20%) und Sender Freies Berlin (5%).
Mit der Saison 2000/2001 wurde Kent Nagano
Chefdirigent und Künstlerischer Leiter. Bereits in der Spielzeit
1999/2000 leitete er mehrere Konzerte mit dem Deutschen
Symphonie-Orchester Berlin einschließlich einer ausgedehnten
Japan-Tournee im Oktober 1999, die von der japanischen
Musikkritiker-Gilde zum besten internationalen Japan-Gastspiel 1999
gewählt wurde. Die erste gemeinsame CD wurde im Herbst 2000
veröffentlicht, ein Mitschnitt des Festwochen-Konzertes vom September
1999, Mahlers Symphonie Nr. 3, die mit dem Internationalen
Schallplattenpreis "Toblacher Komponierhäuschen"
ausgezeichnet wurde. Im Dezember 2000 hatten Kent Nagano und sein
Orchester im Pariser "Le Châtelet" mit der Uraufführung des
Werkes "El Niño" von John Adams einen überwältigen Erfolg.
Der CD- und DVD-Mitschnitt ist im September 2001 erschienen und erhielt
den "Diapason d'Or". Mit "Moses und Aron" von Arnold
Schönberg wurden das Orchester und sein Chefdirigent im Dezember 2001
in Los Angeles gefeiert. Vor allem aber in Berlin ist die hohe
Anerkennung und Wertschätzung durch Publikum und Kritik ein Zeichen
für die einzigartige Zusammenarbeit. Kent Nagano hat seinen Vertrag mit
dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin bis zum Jahr 2006 verlängert.
Kent
Nagano und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin waren im Sommer 2002
erstmals gemeinsam bei den Salzburger Festspielen zu Gast: Alexander
Zemlinskys ›König Kandaules‹. Im Herbst 2003 folgte die Einladung zu
Gastspielen in Österreich, der Slowakei, der Schweiz und Japan. Ebenso
begann mit der Saison 2003½2004
eine Zusammenarbeit des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin mit
harmonia mundi, welche ihr erstes Ergebnis in der Veröffentlichung der
CD Beethovens ›Christus am Ölberge‹ im November 2003 gefunden hat. Im
Februar 2004 erschien mit Arnold Schoenbergs ›Jakobsleiter‹ nun die
zweite Einspielung des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Kent
Nagano in Zusammenarbeit mit harmonia mundi, die sogleich mit dem
›Diapason d’Or‹ ausgezeichnet wurde.
In der
Spielzeit 2004½2005
freut sich das Orchester neben seinen Berliner Konzerten auf
Konzertreisen, die das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin im Rahmen der
Wiener Festwochen nach Wien, zum Théâtre du Châtelet nach Paris, zu den
Salzburger Festspielen und nach Japan führen.