Johanna
Koslowsky, Sopran
Elisabeth Popien, Alt
Hans-Jörg Mammel, Tenor
Wilfried Jochens, Tenor
Stephan Schreckenberger, Bass
Konrad Junghänel, Laute und Leitung
Das 1987 von Konrad Junghänel gegründete solistische
Vokalensemble CANTUS CÖLLN hat sich in kürzester Zeit als eines der
angesehensten Ensembles dieser Art im internationalen Musikleben
etabliert. Es widmet sich in erster Linie dem deutschen und
italienischen Vokalrepertoire aus Renaissance und Barock: mit der
Wiederbelebung eines weitgehend vergessenen Repertoires hat es in den
letzten Jahren beim Publikum großen Anklang gefunden. Die meisten der
inzwischen etwa 25 CDs wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet.
Die Mitglieder von Cantus Cölln haben alle als
Solisten eine erfolgreiche Karriere aufzuweisen, die sie auch weiterhin
verfolgen. Von der Kritik wird aber immer wieder einhellig der
außerordentlich homogene Ensembleklang hervorgehoben, der dennoch nicht
auf Kosten der Individualität der einzelnen Stimmen geht. Cantus Cölln
hatte es sich von Anfang zum Ziel gesetzt, mit möglichst
gleichbleibender Besetzung im Laufe der Jahre zu immer größerer
Homogenität zu finden, zu einem "blinden" musikalischen
Verstehen. Etwas, das beispielsweise bei einem Streichquartett
internationaler Ausprägung als selbstverständlich vorausgesetzt werden
darf, im allgemeinen schnelllebigen Musikmarkt aber häufig vermißt
wird. So sind auch heute noch die meisten Mitglieder von Cantus Cölln
Gründungsmitglieder. Für Produktionen in größerer Besetzung wird das
Ensemble nach Bedarf durch zusätzliche Kräfte verstärkt, wobei auch
da möglichst immer auf die selben Sänger und Instrumentalisten
zurückgegriffen wird.
Das Repertoire hat sich im Laufe der Jahre vom
Programmschwerpunkt "Madrigal und Motette" des frühen
17.Jahrhunderts ausgeweitet auf die gesamte Entwicklung des geistlichen
Konzertes und der Kantate bis zum Hochbarock. Wichtiges Kriterium bei
der Auswahl bleibt dabei immer, ob sich das betreffende Musikstück für
eine solistische Aufführungsweise anbietet, ob es mehr dadurch gewinnt,
als es vielleicht auf der anderen Seite verliert. So geht es nicht um
die "einzig richtige" Aufführungsweise, sondern darum, einem
Klangideal zu folgen, welches größtmögliche Transparenz mit
individueller Emotionalität und sinnlicher Klanglichkeit verbindet.
Einige herausragende Punkte in der Entwicklung der
letzten Jahre waren zum einen die Produktionen der Marienvesper von
Monteverdi und die von Johann Rosenmüller, welche den Beginn einer
kleinen internationalen Renaissance dieses bedeutenden
"deutsch-italienischen" Komponisten einläutete. Des weiteren
stießen die Produktionen der Motetten, frühen Kantaten und der
h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach auf ein enthusiastisches
internationales Echo. Die frühen Kantaten - ausgezeichnet mit mehreren
prestigeträchtigen Preisen - gehören schon jetzt zu einer der
erfolgreichsten Bach-Kantaten-Einspielungen überhaupt.
Die erste szenische Produktion von Cantus Cölln -
"Combattimenti" mit Madrigalen von Monteverdi - war eine 1998
begonnene Koproduktion der Nationalen Reisopera in Holland und dem
Tourneetheater Transparant in Belgien, die auf Grund ihres Erfolges bis
zum Jahr 2000 auf den Spielplänen stand. Eine neue szenische Produktion
ist in Vorbereitung.
Nach Ansicht der Zeitschrift Diapason gehört Cantus
Cölln zu den größten Entdeckungen der letzten Jahre im Bereich der
Alten Musik.
Im Jahre 2000 wurde das Ensemble mit dem begehrten
Buxtehudepreis der Hansestadt Lübeck für hervorragende Leistungen auf
dem Gebiet der Kirchenmusik ausgezeichnet. Der letzte Preisträger war
1994 John Elliot Gardiner. Auftritte in ganz Europa (Festivals in
Utrecht, Herne, Stuttgart, Barcelona, Innsbruck, Schleswig-Holstein,
Flandernfestival, Salzburg, Breslau etc.) sowie Einladungen nach
Übersee (Nord- und Südamerika, Asien, Afrika, Australien) tragen
ebenso zu seinem Ruf bei wie die exklusive Zusammenarbeit mit Harmonia
Mundi France.