| Gidon
Kremers Repertoire ist außergewöhnlich groß, beinhaltet neben den
klassischen und romantischen Meisterwerken auch die der großen
Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie Henze, Berg und Stockhausen. Einen
wichtigen Platz nehmen die Werke noch lebender russischer und
osteuropäischer Komponisten ein. Er hat wiederholt neue Kompositionen
zur Aufführung gebracht, darunter zahlreiche, die ihm gewidmet sind. Er
hat mit den verschiedensten Komponisten zusammengearbeitet, wie Alfred
Schnittke, Giya Kancheli, Valentin Silvestrov, Peteris Vasks, Luigi
Nono, Aribert Reimann, John Adams, Astor Piazzolla, Sofia Gubaidulina
und Arvo Pärt. Seine Art der Interpretation bringt dem Publikum die
Neue Musik in einer Weise nahe, die man bei sehr wenigen Künstlern
findet. Kaum ein anderer Solist hat in den letzten 30 Jahren so viel
für die zeitgenössische Musik getan wie Gidon Kremer. Über 100 CDs
zeugen von dem außergewöhnlichen Spektrum des Violinisten. Seine
Einspielungen erhielten viele bedeutende Auszeichnungen, u.a. solch
repräsentative wie den "Grand prix du Disque", den
"Deutschen Schallplattenpreis" und den "Premio dell'
Accademia Musicale Chigiana". Außerdem wurden ihm u.a. der Ernst
von Siemens Preis, der Frankfurter Musikpreis, das Bundesverdienstkreuz,
der Triumph Preis (Moskau) und erst kürzlich der Unesco-Preis 2001
verliehen.
Im Jahr 1981 gründete Gidon Kremer in Lockenhaus
(Burgenland) ein Kammermusikfestival, das jeden Sommer in Österreich in
persönlicher Atmosphäre stattfindet. Im Jahre 1997 übernahm Gidon
Kremer die künstlerische Leitung des Gstaad Sommer Musik Festival von
seinem Begründer Sir Yehudi Menuhin für zwei Jahre. Ebenfalls im Jahr
1997 gründete er die Kremerata Baltica, ein Kammerorchester, das
ausnahmslos aus jungen, talentierten, baltischen Musikern besteht.
Gemeinsam mit diesem Orchester konzertiert er seitdem regelmäßig bei
den weltbekannten Musikfestivals und in den großen Konzerthallen. Die
ersten CDs der Kremerata Baltica mit Werken von Piazzolla und dem
baltischen Komponisten Peteris Vasks sind 1999 bei Teldec erschienen. Im
Rahmen eines Exklusivvertrages mit Nonesuch kam zunächst die
mittlerweile berühmte CD "8 Jahreszeiten" heraus, gefolgt von
"Tracing Astor" und im Herbst 2001 "After Mozart".
Als künstlerischer Leiter wird Gidon Kremer ab 2002
dem neuen Musikfestival "les muséiques" in Basel vorstehen.
Als Buchautor ist Gidon Kremer mit folgenden Werken an
die Öffentlichkeit getreten: Kindheitssplitter (1993), Oase Lockenhaus
(1996) und Obertöne (1997). Gidon Kremer spielt eine "Guarneri del
Gesù - ex David" aus dem Jahre 1730.
Dezember 2001 |
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