Der RIAS Kammerchor wurde 1948 als Chor des „Rundfunks im
amerikanischen Sektor“ (RIAS Berlin) gegründet und gilt heute weltweit
als eines der renommiertesten Ensembles seiner Art. Als Konzertchor, der
weiterhin dem Rundfunk durch Studioproduktionen und Konzertübertragungen
eng verbunden ist, gehört er seit 1994 der Rundfunk-Orchester und -Chöre
GmbH Berlin an.
Nach Günther Arndt hat der RIAS Kammerchor vor allem
unter der Leitung von Uwe Gronostay sein spezifisches künstlerisches
Profil aus der eigenständigen Existenz als Kammerensemble entwickelt. Es
basiert auf A-cappella-Arbeit und ermöglicht den Sängerinnen und Sänger
die Flexibilität, in jeder Konstellation - vom Solisten über das kleine
bis zum Gesamtensemble - stilsicher zu musizieren. Damit erschloss sich
dem Kammerchor in den vierzehn Jahren bis 2001 mit Marcus Creed ein
breites Aufführungsspektrum. Daniel Reuss führt diese Arbeit fort und
setzt als Chefdirigent ab der Saison 2003/2004 neue künstlerische
Akzente.
Das Repertoire ist heute vor allem geprägt durch die
Arbeitsschwerpunkte historische Aufführungspraxis und die Erarbeitung
von ausgewählten Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Namhafte
Komponisten wie Schönberg, Krenek, Henze und später Boulez, Kagel und
Pärt haben dem RIAS Kammerchor die Erstaufführung ihrer Werke
anvertraut. Uraufführungen von Tan Dun, Mark Osborn, und Karsten
Gundermann standen in jüngster Zeit auf dem Programm. Für seine Projekte
im Bereich historischer Aufführungspraxis arbeitet der Kammerchor seit
1988 regelmäßig mit führenden Spezialensembles wie der Akademie für Alte
Musik Berlin, dem Freiburger Barockorchester und Concerto Köln zusammen.
Neben seinen Produktionen mit Marcus Creed hat der Chor mit vielen Stars
der Alten-Musik-Szene zusammengearbeitet, vor allem mit René Jacobs,
Philippe Herreweghe und Nikolaus Harnoncourt.
Der RIAS
Kammerchor veranstaltet seit 15 Jahren eine eigene Konzertreihe in der
Berliner Philharmonie und gastiert mit seinen Programmen im In- und
Ausland. Er ist für zahlreiche CD-Veröffentlichungen, die vor allem bei
harmonia mundi france veröffentlicht wurden, vielfach mit
internationalen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Grand Prix du
Disque de l'Académie Charles Cros, dem Edison Award, dem Preis der
deutschen Schallplattenkritik sowie dem Cannes Classical Award.